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Hallo, wie können wir Ihnen helfen?

Rückkehr ins Leben für (Un-)Glückskinder

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Der Anstoß für das Projekt, das wir heute vorstellen möchten, war der schwere Tsunami im Jahr 2004. Viele kleinere Dörfer an der südindischen Küste wurden damals durch die heftigen Überschwemmungen zerstört. 

 

Die vor Ort lebenden Ethnologen Hilde Link und Matthias Laubscher gründeten spontan in ihrem Dorf das Prana Projekt zur unmittelbaren Soforthilfe für die Flutopfer.

 

In den Folgejahren entwickelte sich daraus ein deutsch-indisches Projekt zur interkulturellen Verständigung e. V., mit verschiedenen Projektzielen:

 

• eine Förderschule, in der Kinder kasten- und religionsübergreifend unterrichtet werden

• ein Therapiezentrum für Kinder mit Behinderung

• eine Selbsthilfegruppe und Schneiderwerkstatt, in der Frauen zur beruflichen und finanziellen Unabhängigkeit geschult werden

• das „Glückskinder-Projekt“, das ausgegrenzte und stigmatisierte Kinder unterstützt

• Vergabe von Stipendien für Schüler:innen und Studierende durch einen Studienfonds

 

Seit 2006 wird das Projekt von help alliance gefördert – und mit Hilfe von Meilenspenden konnten bereits viele Maßnahmen vor Ort realisiert werden.

Die Geschichte von (Un-)Glückskind Jaga, erzählt von Monica Nowak

"Jaga wuchs als jüngste von vier Schwestern auf. Wegen der traditionellen Mitgift der ältesten Tocher verschuldete der Vater sich hoch und nahm sich aufgrund der scheinbar aussichtslosen Lage das Leben. Die zwei jüngsten Töchter, Jaga und Vella, wurden zu „Unglückskindern“ erklärt. In ganz Indien herrscht die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die anderen allein durch ihre Existenz Unglück bringen. Um vermeintlich weiteres Unheil von der Familie abzuwenden, gab man Jaga und Vella in ein Heim. Erst Jahre später erfuhren die beiden, dass auch ihre Mutter und die ältere Schwester gewaltsam ums Leben gekommen waren. 

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Das Kennenlernen

Ich selbst lernte Jaga 2003 während eines flugbedingten Aufenthaltes in Chennai in dem kleinen Kinderheim kennen, in dem sie als Elfjährige mit ihrer Schwester lebte. Zum Glück ließ sich mein Flugplan so gestalten, dass ich monatlich im Kinderheim zu Besuch kommen konnte, und so baute sich bald eine intensive Verbindung zwischen dem lebensfrohen und wissbegierigen Mädchen und mir auf. 

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Einzug bei Prana

In den Folgejahren kümmerte ich mich regelmäßig um Jaga und mehrere andere Heimkinder. Gleichzeitig entstand ein Kontakt zum Prana Projekt, für das ich 2006 help alliance begeistern konnte. So ergab sich für Jaga nach ihrer Schulzeit die Möglichkeit, ein „Prana-Glückskind“ zu werden. In der geschützten und warmherzigen Projekt-Atmosphäre schloss sie schon bald ihr erstes Studium mit einem BA English ab.

Das Trauma 

Doch Jaga wollte noch mehr erreichen, denn ihr Traum war es, später einmal anderen Kindern in Not zu helfen. Für ihr Master-Studium Soziale Arbeit musste sie an die Chennai University wechseln. Ein großer Schritt, denn erstmals war sie ganz auf sich gestellt. 

Anfangs schlug sie sich prima durch, aber während eines Praktikums in einem Slum kam sie an ihre Grenzen: Durch die Konfrontation mit geistig und körperlich behinderten Kindern in problematischen Familienverhältnissen brachen bei Jaga die unverarbeiteten Traumata ihrer Kindheit auf.

Depressionen und Selbstzweifel

Jaga verfiel in eine tiefe Depression und musste das Studium abbrechen. Ein Besuch bei einem Psychotherapeuten weckte nur noch mehr schlimme Erinnerungen an ihre Kindheitserlebnisse. Geduld, viele Gespräche und das Vertrauen, das sie in mich und Prana hatte, schafften langsam Besserung. Mit der Zeit fasste Jaga den Mut, ein neues Studium zu beginnen. Sie entschied sich für Lehramt, ein Fach, das ihr wirklich liegt, und mit Hilfe von help alliance konnte Jagas Collegebesuch finanziert werden. Jaga schloss das Studium mit Auszeichnung ab und fand schnell ihre erste Stelle – dann kam Corona.

Corona-Krise

Die Schulen sind in Indien seit März 2020 geschlossen – ohne Lohnfortzahlung oder Arbeitsplatzerhalt für Lehrerinnen und Lehrer. Jaga verlor sofort wieder ihre Stelle. Ich bin sehr dankbar, dass help alliance Jaga und die anderen Prana-Schützlinge finanziell unterstützen kann, um durch diese schweren Zeiten zu kommen. Leider wurde Jaga gerade in dem Moment gebremst, in dem sie endlich berufstätig und damit selbstständig werden wollte.

help alliance 15 years november prana Jaga

Ein Neuanfang

Jaga blieb erfinderisch und schon bald scharte sie eine kleine Gruppe von Kindern um sich, die sie mit viel Erfolg im Freien unterrichtet. Aber natürlich wartet sie sehnlichst darauf, dass die Schulen endlich wieder aufmachen und sie ihre Karriere als Lehrerin beginnen kann. 

 

Und mindestens genauso sehnsüchtig warten wir auf ein Wiedersehen. Wir haben uns zwar fast zwei Jahre nicht treffen können, aber wir stehen weiter in engem Kontakt, und unsere Verbindung wird durch jede Krise ein bisschen stärker."

 

 

Verhelfen auch Sie benachteiligten Menschen wie Jaga mit Ihrer Meilenspende zu einem selbstbestimmten Leben
außerhalb der Armutsspirale.

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